von Katharina Schlup-Emch, Basel
Unsere Führung begann auf der Grand Place mit Philippe Dubois, einem begabten Stadtführer. Mit geschickt ausgewählten Beispielen erweckte er die Geschichte Brüssels für uns zum Leben und ließ durch seine begeisterten Schilderungen die historischen Persönlichkeiten lebendig werden. Wie in einem Film beschrieb er die verschiedenen Bauphasen dieses wunderschönen Platzes und die Menschen, die damals dort lebten. Seine Leidenschaft für Geografie und Geschichte sowie sein pädagogisches Talent waren unverkennbar. Er wies auf faszinierende architektonische Details an den Fassaden der Zunfthäuser hin und erklärte die Symbole. Uns war zuvor nicht bewusst, dass der beeindruckend hohe Turm des Rathauses (96 Meter) nicht genau in der Mitte des Gebäudes steht, doch diese Erkenntnis soll damals zum Selbstmord des Architekten geführt haben.
Auf unserem Rundgang durch die Altstadt kamen wir auch am Manneken Pis vorbei. Interessanter waren jedoch die Alte Börse (heute ein Biermuseum) und die Galerie Royale. Nach einem Abstecher zur Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours konnten wir dank Philipe den Blick auf die Stadt von der Dachterrasse des Brucity (Verwaltungszentrum) genießen. Der Aufzug in den 8. Stock, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, ist ein echtes verstecktes Juwel. Wir machten einen weiteren Halt in den 200 Meter langen Galeries Royales Saint-Hubert: ein königlicher Spaziergang zwischen Luxusboutiquen und traditionellen Geschäften unter einem prächtigen Glasdach. Unser Rundgang endete an der Baudouin-Statue vor der St.-Michel-Kathedrale.

